Ankunft auf dem Campo dei Miracoli
Als wir das erste Mal den Rasen des Piazza dei Miracoli betraten und der Schiefe Turm von Pisa plötzlich vor uns auftauchte, blieben wir alle wie angewurzelt stehen. Dieses ikonische Bauwerk, das sich unaufhaltsam zur Seite neigt, ist noch beeindruckender in Realität als auf jedem Foto. Die Kinder rissen die Augen auf – und ehrlich gesagt taten wir Erwachsenen das auch.
Der Turm ist mit seinen acht Stockwerken und der weißen Marmorverkleidung ein wahres Meisterwerk der mittelalterlichen Architektur. Begonnen im Jahr 1173, dauerte der Bau fast 200 Jahre – und die berühmte Schieflage entstand bereits während der Bauarbeiten durch den weichen Untergrund. Heute ist diese "Fehler" sein größter Trumpf.
Familienfreundliches Pisa
Was uns sofort auffiel: Pisa ist erstaunlich familienfreundlich. Der weitläufige Rasen rund um den Turm lädt zum Toben und Spielen ein. Unsere Jungs – einer im coolen DKNY-Shirt, der andere als stolzer Jurassic-World-Fan – hatten sichtlich Spaß dabei, die berühmten "Ich-halte-den-Turm-fest"-Fotos nachzustellen. Dieses Ritual gehört einfach dazu!
Der Platz selbst, der Piazza dei Miracoli oder "Platz der Wunder", beherbergt neben dem Turm auch den beeindruckenden Dom von Pisa sowie das Baptisterium – drei UNESCO-Weltkulturerbestätten auf einem einzigen Platz. Das ist selbst für reiseerfahrene Familien ein besonderes Erlebnis.
Den Turm besteigen – ja oder nein?
Die große Frage: Soll man den Turm besteigen? Unsere Antwort: Unbedingt, wenn die Kinder alt genug sind! Die Besteigung ist aufgrund der Schieflage ein ganz besonderes Erlebnis – man läuft quasi schräg nach oben. Die Aussicht von der Spitze über Pisa und die Toskana ist atemberaubend. Allerdings sollte man wissen, dass Kinder unter 8 Jahren keinen Zutritt haben und die Treppen recht steil und eng sind.
Die Tickets sollte man unbedingt im Voraus online buchen, da die Eintrittszahlen täglich begrenzt sind. Wir haben unsere Plätze zwei Wochen vorher gesichert – und das war goldrichtig.
Rund um den Platz der Wunder
Nach dem obligatorischen Familienfoto gönnten wir uns eine kleine Pause auf dem Rasen und beobachteten das bunte Treiben rund um uns. Touristenfamilien aus aller Welt, Schulklassen, Pärchen – der Platz ist eine echte Bühne der Menschheit. Die Souvenirhändler am Rand verkaufen natürlich alles rund um den Turm, von kleinen Nachbildungen bis hin zu bunten Kühlschrankmagneten.
Ein Tipp von uns: Kommt früh morgens! Als wir gegen 9 Uhr ankamen, war es noch angenehm ruhig. Mittags ist der Andrang deutlich größer und die Sonne steht hoch – besonders mit Kindern kann das schnell anstrengend werden.
Pisa – mehr als nur ein Turm
Viele Reisende machen den Fehler, Pisa nur als kurzen Stopp zu betrachten. Dabei hat die Stadt so viel mehr zu bieten: die malerische Altstadt am Arno, köstliche toskanische Küche und eine lebendige Universitätsatmosphäre. Wir blieben eine Nacht und bereuten es keine Sekunde.
Ein Familienurlaub in der Toskana ist ohne Pisa schlicht undenkbar. Der Schiefe Turm steht auf der Bucket-List jedes Reisenden – und wenn man ihn gemeinsam mit den Kindern erlebt, wird er zu einer Erinnerung fürs Leben.