Ankunft auf dem Petersplatz
Es gibt Momente auf Reisen, die einen schlicht sprachlos machen. Der erste Blick auf den Petersplatz in Rom ist definitiv so ein Moment. Man biegt um die letzte Ecke der Via della Conciliazione, und plötzlich öffnet sich vor einem dieser gigantische ovale Platz, flankiert von Berninis eleganten Kolonnaden und dominiert vom unverkennbaren Kuppelbau des Petersdoms. Die Gänsehaut kommt unweigerlich.
Die Piazza San Pietro, wie sie auf Italienisch heißt, ist nicht einfach nur ein Vorplatz einer Kirche. Sie ist das Herz der katholischen Welt, ein Treffpunkt für Millionen von Gläubigen, Touristen und Neugierigen aus aller Welt. Und genau diese Mischung macht sie so faszinierend.
Der Petersdom – ein Meisterwerk der Renaissance
Im Hintergrund des Bildes thront er in seiner ganzen Pracht: der Petersdom, offiziell bekannt als Basilica di San Pietro in Vaticano. Mit einer Fassadenhöhe von über 45 Metern und der gewaltigen Kuppel, die Michelangelo entworfen hat, ist er eines der größten und bedeutendsten Kirchengebäude der gesamten Christenheit.
Die Inschrift auf der Fassade lautet IN HONOREM PRINCIPIS APOST PAVLVS V BVRGHESIVS ROMANVS PONT MAX AN MDCXII PONT VII – eine lateinische Widmung zu Ehren des Apostelfürsten Petrus, errichtet unter Papst Paul V. im Jahr 1612. Diese Buchstaben, so groß wie Erwachsene, erinnern daran, dass hier Jahrhunderte der Geschichte in Stein gemeißelt sind.
Der Vatikanische Obelisk – ein Stück Ägypten in Rom
Links im Bild ragt der mächtige Vatikanische Obelisk in den bewölkten Himmel Roms. Dieser rund 25 Meter hohe Monolith aus rotem Granit ist kein gewöhnlicher Obelisk – er stammt aus dem antiken Ägypten und wurde bereits von Kaiser Caligula nach Rom gebracht. Seit 1586 steht er auf dem Petersplatz, gekrönt von einem Kreuz, das angeblich Reliquien des Heiligen Kreuzes enthält.
Der Obelisk ist einer der wenigen in Rom, der keine Hieroglyphen trägt – ein stummes, aber umso eindrucksvolleres Zeugnis der jahrtausendealten Verbindung zwischen Ägypten und dem Römischen Reich.
Das Leben auf dem Platz
Was das Foto wunderbar einfängt, ist das pulsierende Leben auf dem Petersplatz. Hunderte von Menschen strömen über das weite Pflaster, manche in Gruppen, manche allein, manche in stiller Andacht. Reiseführer werden geschwenkt, Selfies gemacht, Gebete geflüstert. Der Platz gehört jedem und niemanden zugleich.
Die beiden geschwungenen Kolonnadenarme, die Gian Lorenzo Bernini im 17. Jahrhundert schuf, umfassen den Platz wie die Arme der Kirche, die alle Gläubigen empfangen. Vier Reihen von 284 Säulen und 88 Pilastern bilden diesen symbolischen Umfang – ein architektonisches Meisterwerk, das bis heute begeistert.
Tipps für den perfekten Besuch
Ein Besuch auf dem Petersplatz und im Petersdom gehört zu den absoluten Höhepunkten jeder Romreise. Wer frühmorgens kommt, erlebt den Platz in einer fast mystischen Stille, bevor die Touristenmassen eintreffen. Der Eintritt in den Dom ist kostenlos, für den Aufstieg zur Kuppel zahlt man einen kleinen Betrag – aber der Ausblick über Rom ist jeden Cent wert. Wer auf die Treppen verzichtet und den Aufzug nimmt, spart Kraft für den letzten steilen Abschnitt.